Ausverkauf oder Klassentreffen? Wie steht es um unsere Festivals wie WGT, Amphi und M'era Luna?

Ausverkauf oder Klassentreffen? Wie steht es um unsere Festivals wie WGT, Amphi und M'era Luna?

Die fetten Jahre sind vorbei“ – laut einem aktuellen Bericht der tagesschau stecken deutsche Festivals in einer tiefen Krise.

Die fetten Jahre sind vorbei“ – laut einem aktuellen Bericht der tagesschau stecken deutsche Festivals in einer tiefen Krise. Doch gilt das auch für unsere sicheren Häfen? Während der Mainstream kämpft, feiert das Amphi Festival in diesem Jahr stolzes 20. Jubiläum – und war so früh ausverkauft wie selten zuvor. Ticken das WGT, das Amphi und das M'era Luna also einfach anders, oder spüren wir hinter den Kulissen dieselben Probleme? Ein Blick auf die Realität zwischen steigenden Preisen, echter Loyalität und dem „Die schon wieder?“-Effekt bei den Line-ups...

Hand aufs Herz: Wann hast du das erste Mal den Staub vom Festivalzelt geklopft oder das Outfit für Leipzig wochenlang im Voraus geplant? Für viele von uns gehören das Wave-Gotik-Treffen, das Amphi oder das M'era Luna fest zum Lebensgefühl. Es ist weit mehr als nur Musik – es ist ein Stück Heimat, ein jährliches Klassentreffen der schwarzen Szene.

Doch ein aktueller Bericht der tagesschau zeichnet diesen Sommer ein düsteres Bild für die deutsche Festivallandschaft: Explodierende Produktionskosten, absagende Headliner und ein spürbarer Generationenwechsel bringen traditionsreiche Events an den Rand des Ruins. Die Jugend, so heißt es, hat keine Lust mehr auf ungemütliches Camping und Dosenbier.

Aber lässt sich das so einfach auf unsere Szene übertragen? Ticken Dark Wave, EBM und Futurepop nicht schon immer nach ganz eigenen Gesetzen?

Subkultur schlägt Mainstream-Krise?

Ein Blick auf den diesjährigen Festivalkalender zeigt: Die Szene hält zusammen. Das Amphi Festival in Köln feiert in diesem Jahr sein stolzes 20. Jubiläum und hat bewiesen, wie lebendig die Community ist – die Tickets waren bereits extrem früh restlos ausverkauft. Während der Mainstream oft an einem Mangel an neuen, zugkräftigen Headlinern leidet (weil Acts heute eher über Streaming-Algorithmen statt über jahrelange Tour-Präsenz groß werden), funktioniert unsere Welt traditioneller. Unsere Bands touren oft seit Jahrzehnten, und das Publikum wächst mit ihnen. Festivals wie das WGT sind kein reines Musikevent, sondern ein riesiges, familiäres Kulturphänomen.

Zwischen Nostalgie und „Die schon wieder?“

Doch diese Beständigkeit hat zwei Seiten. Wer die Line-ups der großen Szene-Festivals über die Jahre vergleicht, merkt schnell: Das Rad wird selten neu erfunden. Manche Bands treten so gefühlt im Zweijahresrhythmus auf, dass sich manch einer beim Blick auf das Plakat sicherlich schon mal gedacht hat: „Die schon wieder?“

Gleichzeitig ist es genau diese Vorhersehbarkeit, die uns eine Art musikalische Heimat bietet. Man weiß einfach, was man bekommt. Aber reicht diese Nostalgie auf Dauer aus, um die massiven Kostensteigerungen abzufedern, die auch an uns nicht vorbeigehen? Höhere Ticketpreise, teurere Verpflegung vor Ort und die allgemeine Inflation treffen uns alle. Die Frage ist: Sind wir bereit, für den Erhalt unserer „sicheren Häfen“ immer tiefer in die Tasche zu greifen? Oder spürst auch du, dass das Budget für mehrere Festivals im Jahr einfach nicht mehr da ist?

Mich interessiert deine Meinung: Wie hast du die Festival-Entwicklung in den letzten Jahren erlebt? Freust du dich über die altbekannten Gesichter auf der Bühne, oder wünschst du dir mehr frischen Wind? Lass uns auf Instagram (@make.lanie.deko) darüber quatschen!